13:00, Eingang Nord2,
Sebastian Bergmann tippt mir auf die Schulter. Na, das war ja perfektes Timing. Wir begeben uns mit einem Pressetaxi zum Heisestand, das Wetter ist nämlich ziemlich beschissen. CeBIT-typisch, könnten böse Zungen behaupten: Schneidender kalter Wind (besonders in dem Windkanal zwischen Nord2 und Halle 2, *bibber*), fieser Nieselregen, der ab und an stärker wird, und ziemlich niedrige Temperaturen. Gut, daß ich in weiser Voraussicht einfach mal nur einen Anzug an- und den Mantel zuhausegelassen habe. Warme Kleidung werde ich sicher nicht brauchen.
Am Heisestand ist es ziemlich knallvoll, die Vorträge sind wieder hervorragend bis unerträglich gut besucht. Das Heiseforum platzt sozusagen aus allen Nähten, hähä. Ich lasse mir meinen PGP-Key von der
c’t Kryptokampagne signieren und werde von einem netten jungen Herrn mit CCC-Halsband auf den nahegelegenen Stand der “CAcert”-Kampagne aufmerksam gemacht.
Die Jungs von CAcert, einem australischen Verein, kombinieren den “Web of Trust”-Gedanken, der z.B. von Thawte aufgegriffen und für eine Art Vertrauensmaß von Mailzertifikaten genutzt wurde, mit allerlei kryptographischem Zubehör. Läßt man sich an ihrem Stand (D38 in Halle 5) von einem der anwesenden CAcert-Mitglieder “assuren”, so hat man die Möglichkeit über einen gesicherten Userbereich auf der Website
www.cacert.org für sich selber Zertifikate (u.a. X.509, SSL/TLS, Signing von PGP Keys durch die CA) ausstellen zu lassen, aber auch (ab einem bestimmten Score) andere Mitglieder zu “assuren”, also ihre Identität zu überprüfen. Ihr benötigt einen gültigen Perso/Reisepaß und natürlich eine Mailadresse für den cacert-Account und das ganze kostet nix.
Wenn die Root-CA von CAcert irgendwann mal in den gängigen Browsern integriert ist, sollte sich ein derart ausgestelltes Zertifikat nicht von kommerziellen Counterparts unterscheiden. Möglichen Attacken durch böse Buben, die versuchen könnten, sich ein Zertifikat für paypal.com auszustellen, um ihr Phishing zu einer authentischeren Sache zu machen, wird durch die für eine CA üblichen Sicherheitsmechanismen ein Riegel vorgeschoben - die Angriffsvektoren, die Jürgen Schmidt von Heise Security und mir eingefallen waren, konnte Herr Neumann von CAcert ausräumen.
Nach einigem Rumgedamel und eine Tickermeldung später mache ich noch einen kleinen Rundgang über’s Gelände, um dann ca. ab 17:00 auf dem Heisestand rumzuhängen und auf das Aufbruchssignal zur Heise-Party zu warten. Die Location (GOP Varieté) ist ziemlich edel, allerdings gnadenlos überfüllt. Die persönlichen Einladungen ohne Begleitperson hatten offenbar ihren Sinn.
Dort gibt es dann außerordentlich leckeres Essen und nette Gespräche u.a. mit koepi (as in “XviD, Koepi’s Build”) und den netten Jungs von vantronix secure systems. Der Abend ist ca. gegen 01:00 zuende und ich falle zügig ins Bett. Sebastian hatte sich bereits um 23:20 in Richtung Hauptbahnhof verabschiedet.