Das hier sollte eigentlich ein Amazon-Review werden, aber dafür geriet es mir doch etwas zu lang. Und wieso Amazon Content schenken? 
“Medal of Honor” ist schlecht. Aber so richtig. Was bin ich froh, für dieses Machwerk nur € 25,- bezahlt zu haben. Selbst diesen Betrag ist das Spiel nicht wert.
Erstmal ist die Singleplayer-Kampagne lächerlich kurz (kürzer als der Gegenwert von 25€ = 3*Kino = ~4,5h Unterhaltung) und eine kohärente Storyline ist nicht ersichtlich. Das wirre gerenderte Gedöns mit dem bösen General, der zuhause in den USA falsche Befehle gibt, lasse ich nicht als Story gelten; da ist ja die Background-Geschichte von Doom fantasievoller...
Dann ist das Scripting grauenvoll und technisch etwa auf dem Niveau von Medal of Honor: Allied Assault. Die in anderen Reviews aufgezeigten Fehler und Ungenauigkeiten in den Scripts sind nur der Gipfel des Eisbergs. Geometriefehler, “hängende” Gegner und Verbündete (die im übrigen unsterblich sind, also immer schön hinter ihnen halten) und andere Peinlichkeiten häufen sich. In einer Mission gilt es eine MG-Stellung zu erobern, die jedoch bei mir reproduzierbar weiterfeuerte, nachdem sämtliche Bediener tot waren - und das rundum. Das MG schwang einfach frei in seiner Halterung, wurde nicht bedient, traf aber trotzdem recht genau. Bei der Gelegenheit gilt es noch zu erwähnen: eine Screenshot-Taste wurde (wohl aus gutem Grund) eingespart.
Die Singleplayer-Kampagne ist bis auf eine einzige (!) Szene un-sag-bar langweilig und eintönig.
Ein möglicher Dialog der Soldatencharaktere:
“Oh, wir müssen ein matschbraunes afghanisches Dorf im Morgengrauen von Taliban säubern.”
“Oh, heute müssen wir ein genauso matschbraunes Dorf im Dunkeln säubern. Naja, wenigstens müssen wir nicht zu Fuß hinlaufen.”
“Oha, jetzt sind matschbraune Höhlen zu säubern. Und wir müssen da zu Fuß hin?!”
Realistisch? Realismus sieht anders aus. Die matschbraunen Dörfer haben nämlich an jeder ihrer Grenzen unüberwindliche Schutthaufen und fest verschlossene, aber recht wacklig aussehende Sperrholztüren zu bieten, damit der Spieler auch ja nicht vom rechten Weg abkommt. Und den Gegnern kann man buchstäblich beim Spawnen zusehen, man vermißt nur das kleine “Plöff”, das sie beim Sichtbarwerden eigentlich absondern müßten.
Die Grafik ist von der Sorte “been there, done that” und weder positiv noch besonders negativ hervorzuheben. Der Sound allerdings rockt. Hätten sich die Entwickler doch nur mit
irgendeinem anderen Teil des Produkts derart viel Mühe gegeben.
Ach ja, und dank Online-Aktivierung ist der CD-Key verbraten und ich kann nicht mal mehr auf ein paar Euro auf dem Gebrauchtmarkt hoffen. Meh.
Finger weg. Warten auf das neue Call of Duty ist angesagt.
(EDIT:) Die EA-Jungs sehen’s selbst ein. Laut diesem Artikel sagt Patrick Soderlund/EA:
"What I can say is the game didn’t meet our quality
expectations. In order to be successful in that space, we’re going to
have to have a game that is really, really strong.