Jetzt ist er da, der erste Browser aus dem Hause Google:
Chrome ist seit heute als Betaversion verfügbar. Ich habe gerade eh Langeweile (mein UMTS-Stick kann erst morgen aktiviert werden, */$-Vodkafone!) und den Browser mal angetestet.
Grundsätzlich macht der Installer einen schlanken Fuß, aber die 425 KB für die Beta sind wohl noch nicht alles: nach der Installation liegen etwa 55 MB in
c:\dokumente und einstellungen\chris\lokale einstellungen\anwendungsdaten\google\chrome. Da gehört eine Anwendung ja nun nicht hin, und daß das Installationsverzeichnis nicht wählbar ist, ist hoffentlich noch ein Beta-Fehlerchen. Mein eee hat ja nun nicht soooo viel freien Platz auf der c:\-Platte...
Beim ersten Start werden automatisch alle nicht-sicherheitsrelevanten Einstellungen von Firefox rübergeschaufelt, so daß man direkt eine gewisse Basis hat. Der RSS-Reader bzw. die “Live Bookmarks”, ein in meinem Tagesablauf essentielles Feature, fehlt jedoch noch, auch Usernamen/Paßwörter werden nicht übernommen.
Der erste Eindruck: der Browser ist
SCHNELL! Seitenaufbau superflott, auch JS-verseuchte Seiten wie Google Mail (naja, da gibts bestimmt spezielle Optimierungen im Code, à la 3D Mark vs. nVidia-Treiber) oder RoundCube sind sehr responsiv. Richtig schick. Flash funktioniert, der Acrobat Reader funktioniert. Damit ist schon einmal die Grundausstattung für Mama-kompatibles Browsen an Bord.
Adblocker fehlen noch, selektives JS à la NoScript gibts auch noch nicht. Dafür kann man mit Strg-Shift-N ein Youporn-Fenster, err, “Inkognito-Fenster” öffnen, dessen Tabs nicht in der globalen Browser-History gespeichert werden, dessen Cookies nach Verlassen zerstört werden und das keinen Zugriff auf die persistenten Daten anderer Fenster hat. Wie sicher das ist, werden genauere Prüfungen ergeben müssen...
Die UI sieht noch unfertig aus, die Designentscheidung, Menüs und URL-Zeile unter die Tabs zu packen, haut mich nicht vom Hocker. Sooo genial ist das nun wieder nicht. Submenüs, Popups etc. wirken teilweise etwas holprig, wie schlecht von GTK konvertiert. Das wird sicher noch poliert bis zur version 1.0.
Insgesamt: Ich bin gespannt, wie sich der Chrome als Zweitbrowser macht. Einige definitiv gute Ideen wurden umgesetzt, jetzt fehlen nur noch die vom Firefox bereits gewohnten Convenience Features...
Auch
Golem hat sich das Teil mal angesehen.
[
Update: Die Lücken im Datenschutzkonzept von Chrome (so sie denn welche sind) kommentiert der neue
Google-Deutschlandchef in einem Interview mit der WAZ so:
Google Chrome macht nichts anderes, als andere Internet-Browser auch - nur wir denken schneller, stabiler, sicherer. Dazu gibt es sogar die Funktion des anonymen Surfens, der so genannte Incognito-Modus.
[...]
Tweraser : Es gibt keine einzige Verbindung zwischen der Person und dem, was Sie im Internet tut. Die einzige Verbindung ist die IP-Adresse. Also könnte theoretisch nur der Internet-Provider eine persönliche Beziehung herstellen. Aber nicht Google.
Na ja... Das ist ja erst einmal Unsinn, denn durch Google-Mail-Accounts, den damit verbundenen IM, evtl. Adwords/Analytics etc. kann durchaus ein ziemlich eindeutiges Profil hergestellt werden...]