Die Diskussion über extremen Black Metal, NSBM, die gerade in Thüringen sehr stark vertretene “German Pagan Black Metal”-Szene und ihre politische Orientierung zieht oft sehr unangenehme Debatten nach sich. Schon mehr als einmal mußte ich mich vor irgendwelchen selbsternannten Moralwächtern rechtfertigen, weil ich nun einmal Bands gut finde, die als NSBMler verschrieen sind.
Die Site Live4Metal hat nun einen Artikel online (vermutlich auch schon länger, ich habe ihn nur erst gestern gefunden), der mir aus der Seele spricht.
In dem Artikel mit dem Titel
“Ultimate Extremism” wird verdeutlicht, daß man kein Nazi sein muß, um von (vermuteten oder tatsächlichen) Nazis gemachte Musik gut zu finden, und nicht zu Unrecht auf Wagner und T.S. Eliot verwiesen, deren Genialität trotz ihres offenkundigen Antisemitismus wohl keiner verhehlen wird. Die Wagnerfestspiele sind schließlich heute noch DAS Ereignis in Süddeutschland, das die Spitzen von Politik, Unterhaltung und Business jedes Jahr aufs Neue ihr Sitzfleisch erproben läßt. Und das, obwohl ja sogar Bruno Ganz, äh, Adolf Hitler ein glühender Verehrer von Wagner’s Musik war.
Auch kommt merkwürdigerweise niemand auf die Idee, “Max und Moritz” als Nazibuch abzutun, obwohl Wilhelm Busch zu Juden auch eine ziemlich drollige Meinung hatte.
Zurück zur heutigen Zeit: Live4Metal behaupten ganz richtig, daß nazistische Anspielungen bei einem Großteil der “klassischen” BM-Bands reine Publicity-Gags waren (Mayhem, Marduk, Darkthrone etc.) und daß auch moderne osteuropäische Bands nationalsozialistische Lyrics nicht wirklich zu ihrem Vorteil nutzen ("
Stay
with us, our Aryan spirit! Let our Slavonic blood boil up with our
hatred.“). Trotzdem ist Mucke von Graveland, Nokturnal Mortum einfach nur klasse. Auch deutsche Vertreter wie Absurd, und frühe Burzum-Werke sind schlicht super-Musik, und da kann kein selbsternannter Antifaschist etwas dran rütteln.
Besonders gut hat mir die folgende Passage gefallen:
Only Vikernes has stuck to his one-track Aryan apoplexy (compounding his lunacy with notions of space colonisation by Aryan superheroes and having everyone live in weather-regulating domes), but has long since lost much of his black metal credibility through a misguided insistence on releasing absurd parping synth records - created no doubt by passing his recreation hours bashing away on the prison keyboard.
Das faßt ziemlich gut zusammen, was ich von den neuen Ergüssen aus dem Trondheimer Knast halte - und die idiotischen Statements von wegen ”Drums sind was für Neger" sind ein weiteres Zeugnis zunehmender Verwirrung bei Herrn Vikernes.
Naja, sei’s drum, ich halte es wie der Autor des Artikels:
As ever, it can only be a matter for personal conscience to determine, and for him who enjoys his metal served black (no sugar) there is little alternative (the American underground scene, whilst just as conservative, is similarly radical in its politics and for the most part lacking in creative imagination or atmosphere). More importantly, the music these bands produce is often of a superb quality, overflowing with passion and fury, and imbued with an atmosphere so rich that it leaves the tired Scandinavian and anaemic western European scenes sounding dry, jaded and knackered.