Einer der großen Nachteile des iPhone ist die Tastatur oder eher das Fehlen derselben. Die Bildschirmtastatur ist im Landscape-Modus zu raumgreifend und im Hochkant-Modus unbrauchbar; Umlaute sind schlecht zu erreichen (was sich mit iOS 5 ändern dürfte) und mir als Vieltipper geht es besonders auf die Nerven, daß man statt der LeertastemgernemmalmdenmBuchstabenm“m”merwischt. Besitzer eines Slider-Smartphones frohlocken hier, haben sie doch zumindest einen leichten Vorteil gegenüber uns Apfeljüngern (und den androidigen Kollegen, die ähnliche Probleme haben).
Trekstor hat mit dem “i.gear Slider” nun eine pfiffige Alternative vorgestellt, die ich mir gleich angeschafft habe. Es handelt sich bei dem Gerät um ein Hardcase, an das unten eine Bluetooth-Tastatur angeschnallt ist. Diese Tastatur wird von einem LiIon-Akku gespeist, der eine Standbyzeit von bis zu 45 Tagen haben und sich für 8 Stunden Dauerbetrieb eignen soll.
Das Tastenfeld ist etwa 10,5cm breit und 2,4cm hoch - für die einzelne Taste bleibt bei 4 Tastenreihen eine Höhe von etwa 6mm und eine Breite von 8mm. Das ist sicherlich nicht Fullsize, aber eben doch größer als die Fitzelchen auf dem iPhone-Bildschirm.
Alle Buchstaben sind ohne Umschalten erreichbar, auch die Umlaute. Auch
ein Home-Button, Cursorfeld und (über fn-Taste) Helligkeitsregler haben
Platz gefunden; insbesondere letzterer ist sehr praktisch. Zahlen und Sonderzeichen sind per Fn-Taste zugänglich. Wozu allerdings gleich zwei Command-Tasten auf der Tastatur vorhanden sind, ist mir zunächst schleierhaft.
Der Slidermechanismus ist sehr responsiv und fühlt sich gut an, Öffnen und Schließen mit einer Hand ist problemlos möglich, wenn man den Daumen auf dem iPhone ablegt. Leider ist zwischen Tastatur und Hardcase recht viel Spiel, hier hätte ich mir einen saubereren Abschluß gewünscht. Das Telefon trägt in der Gesäßtasche nun natürlich deutlich stärker auf und das Gewicht steigt auch um etwa 90 Gramm.
Und welchen Gewinn machen wir damit? Wichtig ist natürlich erst einmal das Tippgefühl. Und das ist gar nicht so übel. Die Tasten haben einen klaren Anschlag, oder eher ein Knacken, das natürlich taktil ganz anders wirkt als die Bildschirmtastatur. Die Leertaste ist etwas schwabbelig; die Shift-Taste (es gibt übrigens nur eine) ist genauso ausgelegt wie auf der iPhone-Bildschirmtastatur: Sie muß also nicht wie bei einer normalen Tastatur gehalten werden, um einen Buchstaben großzuschreiben. Nach einer kurzen Eingewöhnung geht das Tippen schneller von der Hand als mit der ömmeligen Bildschirmtastatur. Klares Plus, Mission erfüllt. Eine Hintergrundbeleuchtung hätte ich mir allerdings noch gewünscht.
Ist der Slider aufgeklappt, kann das Telefon übrigens auch schräg gestellt werden und sieht dann fast wie ein “Macbook Mini” aus; Tippen ist allerdings dann nur noch schwer möglich.
Der Preis des Gadgets ist iPhone-typisch eher im hochpreisigen Segment angesiedelt: Im Metro-Elektromarkt um die Ecke gibt’s die hübsche Pappschachtel mit Slider, Mini-USB-Kabel (ein Fall für die USB-Kabel-Schublade) und kurzhandbuch für etwa € 70,-.
Insgesamt möchte ich eine vorsichtige Kaufempfehlung aussprechen - der Slider ist sicher nicht jedermanns Sache, aber bei mir füllt der i.gear Slider eine Lücke, die das iPhone aus eigener Kraft nicht hätte füllen können.
(Aufmerksam wurde ich übrigens auf den i.gear Slider über golem, außerdem berichtet u.a. das FlowBlog).