Anhand des Referrers konnte ich feststellen, daß Sie dieses Blog über eine sogenannte “Personensuchmaschine” erreicht haben. Diese “Suchmaschinen” leben davon, anhand des Namens einer Person Daten zu aggregieren, die sie als dieser Person zugehörig identifiziert haben. Daß dies mittels automatisierter Verfahren und ohne menschliches Zutun geschieht, ist logisch. Leider ist es aber ebenso logisch und unumgänglich, daß sich hier teilweise massive Fehler einschleichen. Gleichzeitig müssen Personensuchmaschinen (bekannte Vertreter in Deutschland sind yasni und 123people) fast zwangsläufig personenbezogene Daten speichern, was ihnen laut BDSG untersagt ist.
Die Suchergebnisse, die eine solche “Personensuche” findet, sind bei fast jedem Namen sehr ungenau, da nur wenige Vorname/Nachname-Kombinationen deutschlandweit eineindeutig sind. So mischen sich in der Personensuche zu mir Bilder meiner Konferenz- und Buchtitel, Schulinformationen für völlig andere Personen, Firmenbeteiligungen mit denen ich nichts zu tun habe und Amazon-Wunschlisten, die (nicht alle) mir gehören, zu einem sehr merkwürdigen Versatzwerk aus mehreren Leben, das keinen der “Christopher Kunz” in Deutschland auch nur annähernd sinnvoll beschreibt. Und so dürfte es fast jedem gehen.
Gleichzeitig ist insbesondere die Yasni GmbH, die ja von genau dieser Aggregation lebt und sich auch nicht entblödet, an Amazon-Links ihren Affiliate-Code hintendran zu pappen, steif und fest der Ansicht, sie speichere keine persönlichen Daten. Dazu ist
dieser Artikel recht aufschlußreich.
Das verbreitete Argument, man müsse ja nicht sein Leben im Internet ausbreiten, wenn man nicht gefunden werden möchte, ist natürlich ebenso ein Unsinn. So hatte ich bis vor kurzem mehrere Dutzend Bilder von mir über den Flickr-Stream von
Sebastian Bergmann im Internet (danke fürs Verstecken!) und Dinge wie ein Xing-Profil (Facebook-Profil, Studivz-Profil, Adultfriendfinder-Profil, Massenmoerdercommunity-Profil, je nach Gusto) sind nun einmal für viele unumgänglich. Trotzdem möchte ich ungern, daß Hans und Franz mit einem Klick meine Amazon-Wunschliste neben meiner alten Telefonnummer sieht und dann gleich anrufen kann, um mich zu meinem prima Musikgeschmack zu beglückwünschen.
Langer Rede, kurzer Sinn:
Personensuchmaschinen, nein Danke!
Ich habe daher mit Pelle Boese zusammen das Projekt “
Ungläsern” ins Leben gerufen, das allen “gläsernen Netzmenschen” eine Möglichkeit an die Hand geben soll, etwas weniger öffentlich für Personensuchmaschinen zu werden und das die Diskussion über eben diese Personensuchmaschinen etwas anheizen soll. Ihr findet die Website unter
unglaesern.de.